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Ein wunderbarer Tag im charmanten Brisbane

veröffentlicht um 04.11.2012, 03:38 von Wilfried Schaffner   [ aktualisiert: 04.11.2012, 23:05 ]
Unser Campingplatz in Clontarf auf der Redcliff Peninsula lag im Großraum Brisbane, was uns für die Erkundung der Hauptstadt von Queensland recht gelegen kam. Anfangs dachten wir, dass wir komplett öffentlich fahren, doch nachdem uns der erste Bus schon einmal sprichwörtlich "sitzengelassen" hat, sind wir doch mit dem Auto noch ein Stückerl stadteinwärts gefahren. 

In einer der äußeren Zone Brisbanes parkten wir es, und weiter ging es mit einem direkten Zug bis ins Zentrum. Beim Ticketkauf wurde uns die "Go Card" empfohlen, eine elektronische Fahrkarte die man mit Geld immer wieder beladen kann. Dieses System wurde vor nicht allzulanger Zeit eingeführt und wird den Fahrgästen mit Preisvergünstigun-gen und speziellen Zuckerln wie "jede zehnte Fahrt gratis, ganz egal wie weit" schmackhaft gemacht. Es sah so aus als habe es sich auch schon recht bewährt, fast alle Mitreisenden hatten diese Karte als Zahlungsmittel dabei. 

Wir fanden es ein tolles System, vor allem als Touristen war es komplett unkompliziert, wir buchten einfach zweimal 20 Dollar auf die Karte, und wenn was bleiben sollte, bekommt man den Restbetrag bei Rückgabe der Karte ausbezahlt. Es war extrem praktisch, da wir für Zug, Bus und Fähre dieselbe Karte benutzen konnten, und jetzt auch nicht den Drang hatten besonders viel zu fahren, weil wir ja den teuren "Tagespass", den man beispielsweise in Sydney kaufen würde, ausnützen möchte. 

Das moderen Öffi-System war also einmal unser erster Eindruck von Queenslands Hauptstadt, die wir uns immer eher als verschlafenes Nest vorstellten. Verschlafen ist Brisbane aber keineswegs, wie wir sehr bald feststellen durften. Die Stadt, die mittlerweile über 2 Millionen Einwohner zählt und somit den Platz als drittgrößte australische Metropole einnimmt, hat uns in vielen Bereichen im positivsten Sinne überrascht. 

Im Zentrum angekommen sind wir gleich einmal durch einen Teil des Central Business Districts zum Brisbane River gewandert, der das Herz der Stadt darstellt. Der Fluss schlängelt sich wellenförmig durch das ganze Stadtgebiet und formt somit eine natürliche Grenze für die verschiedenen Viertel und Bezirke. Unsere Erkundung entlang des Flusses begann in den Brisbane Botanical Gardens, einem wunderbaren Naherholungsgebiet für die Brisbanites. Ganz besonders gefallen hat uns der "Mangrove Boardwalk", ein Holzbretterweg durch die Mangrovenwälder, die den Brisbane River säumen. Am alten Regierungsgebäude und der technischen Uni von Queensland vorbei, ging es weiter über die "Goodwill Bridge" auf das andere Ufer, die Southbank Parklands.


Dies war nun der absolute Höhepunkt für unsere Kinder, und auch wir waren ganz begeistert von dem was sich hier bot. Angefangen bei netten Restaurants und Cafes, Parkanlagen mit Spielplätzen, BBQs und Picknicktischen, bishin zum Streets Beach, einer künstlichen Strandlandschaft, die einem ähnlich wie in Cairns vergessen lässt, dass Brisbane nicht direkt am Meer liegt. Nachdem Brisbane für uns nun die vierte freie Schwimmanlage in einer Stadt ist die wir besuchen, haben wir mittlerweile ja den Vergleich, und Brisbane hat (vor allem bei unseren Kindern) ganz klar die Nase vorn. Als ob ein Strandbad nicht schon genug wäre, ist gleich nebenann noch ein riesiger Wasserspielpark, ähnlich wie in Sydney's Darling Harbour, der nur für die kleinen Gäste gemacht wurde. Das war natürlich klar, dass wir hier einen längeren Aufenthalt einplanen mussten. Wir selber hatten auch kein Problem damit, weil wir die Zeit nutzten um uns bei einem der vielen Restaurants ein Mittagessen zu bestellen, das wir dann im Park einnahmen. 

Weiter ging es durch dieses wunderbare Vergnügungsland entlang von Märkten und Straßenkünstlern, gewiss hat die Tatsache, dass Samstag war, dem ganzen Stadtteil noch mehr Leben und Atmosphäre wie an einem Wochentag gegeben. In Southbank wäre dann auch noch das Queensland Kulturzentrum, Museum und Art Gallery zu besuchen gewesens, doch ließen wir es bei der leichteren Kost bleiben und heben uns das für den nächsten Besuch auf. Die Kinder waren mittlerweile schon ganz heiß darauf mit der Fähre zu fahren, mit der wir dann bis in das Viertel West End gefahren sind, um danach nocheinmal die ganze Strecke durch die Innenstadt bis nach "New Farm" zu fahren. Dies soll eine der hippsten Bezirke der letzten Jahre sein und es ließ sich auch unschwer erkennen warum. Schon beim verlassen der Fähre standen wir mitten im New Farm Park, einer riesigen Grünfläche, wieder mit allen wichtigen Einrichtungen um sich einen schönen Tag dort zu machen. Am östlichen Ende des Parks befindet sich das Brisbane Powerhouse, das heute ein weiteres Kunstviertel Brisbanes beherbergt. Dort haben wir uns auch ein frühes Abendbier im Cafe-Restaurant "Watt" genehmigt, während die Kinder auf einer Kunstinstallation, welche die größten Hochwässer in Brisbane aufzeigte, begeistert spielten. 

Durch den Park sind wir dann in den Norden gewandert wo wir nocheinmal einen extrem tollen Spielplatz für die Kinder vorfanden. Dort wollten sie auch gleich gar nicht mehr heimgehen, aber die Müdigkeit und der Hunger haben schließlich doch geholfen sie weiterzubewegen. Mit den Bus fuhren wir dann zurück ins Zentrum, bis zum Fortitude Valley, wo wir den Zug zurück nehmen wollten. Nachdem es schon spät war beschlossen wir noch in der Stadt gleich abend zu essen, weil uns die Kinder wahrscheinlich im Zug oder Auto einschlafen würden. Im nahegelegenen Chinatown haben wir uns dann für einen Vietnamesen entschieden, es hat vorzüglich geschmeckt und unseren erlebnisreichen Tag in Brisbane multikulturell abgerundet. 


 
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