Während der Goldgräberzeit Ende des 19. Jahrhunderts führte überhaupt kein Land-weg nach Cooktown, erst viel später wurde eine Straße gebaut. Sie führt durch die tropische Savanne im Landesinnere von Cape York. Erstaunlicherweise wurde diese Straße auch erst 2005 asphaltiert, davor war es nur eine Schotterstraße.

Das ist die Strecke, die wir nach Cooktown enommen haben. Zurück Richtung Süden wollten wir aber eine etwas abenteuerliche Streckenführung wählen. Ganz sicher, ob dies mit unserem Auto überhaupt geht, waren wir uns lange Zeit nicht.

1981 wurde der Regenwald zwischen Cooktown und Cape Tribulation zum Nationalpark erhoben, der Daintree Nationalpark. Zwei Jahre danach wurde (unter großem Protest der Anrainer) ein Weg entlang der Küste durch den Nationalpark geschlagen, um die Region etwas zu beleben. Dieser Weg ist bis heute noch genau so erhalten und anscheinend nur mit 4WD Fahrzeugen befahrbar. Scheinbar ist es ein sehr attraktiver Weg durch den Regenwald und man liest und hört einiges darüber, sodass wir sehr davon fasziniert wurden und unbedingt alles versuchen wollten, die Strecke zu fahren.

Können wir nun mit unserem Subaru diese Strecke fahren? 

Diese Frage stellten wir uns und auch vielen anderen Reisenden, die wir über die letzten Tage getroffen haben. Einer meinte: "Wir sind ihn vor ein paar Tagen gefahren und es sollte gar kein Problem sein, nur mit dem Wasserstand beim Bloomfield River müsst ihr aufpassen". Ein anderer wiederum sagte: "Nein, nur mit einem richtigen Geländefahrzeug mit ordendlicher Bodenfreiheit und Differenzialsperre ist der Weg zu befahren. Denn es muss nur einmal kurz regnen und schon sind die steilen Schotterwege sehr rutschig und nicht zu befahren."

Da wir daraus nicht schlau wurden, fassten wir den Entschluss ins Informationsbüro von Cooktown zu gehen und dort nachzufragen. Dort hieß es: "Hat euer Auto Allradantrieb und etwas mehr Bodenfreiheit?" - "Ja." - "Dann sollte es kein Problem sein." Das war die Antwort die wir hören wollten. Also fuhren wir los.

Der erste Teil der Strecke war zwar eine Schotterstraße, aber nicht sonderlich aufregend. Es ging zwar viel auf und ab, und links und rechts, aber sonst war es nicht so, dass wir uns dachten man braucht undbedingt einen Allradantrieb. Nach 2h fahrt kamen wir dann aber zum Bloomfield River, und das Bild das sich da bot erhöhte unseren Pulsschlag definitiv. Ein 60 Meter breiter Fluss mit einer betonierten Erhöhung, über die aber trotzdem noch eine Menge an Wasser floss. 

Wir befragten uns kurz bei ein paar Einheimischen, ob der Wasserstand zur überfahrt ok sei. Die meinten, es sollte kein Problem sein. Zur Sicherheit ging Silvia aber voraus und testete die Wassertiefe aus. Aber auch das nicht ohne Adrenalinschübe, sind in diesem Teil des Bloomfield Rivers doch Krokotile beheimatet.

Die Überfahrt war dann schon recht aufregend, aber passiert ist nichts. Unser Subaru Outback ist ohne Probleme durch das Wasser durchgefahren, Willi musste nur etwas gegen die starke Strömung lenken.

Von dieser Stelle an war es aber plötzlich ganz anders. Die Straße wurde viel enger und wesentlich steiler (wir gehen von Steigungen und Gefälle um die 20% und mehr aus). Dazu wurde auch der Wald viel tropischer und dichter, sodass es oft fast den Anschein eines Tunnels hatte. In den zweiten Gang schalteten wir von da an nur mehr ganz selten, aber unser Auto meisterte das alles und noch weitere kleinere Wasserdurchquerungen ohne Probleme.

Es war ein richtiges Abenteuer, den Bloomfield Track zu fahren, dass uns teilweise auch wirklich gefordert hat, aber am Schluss war alles gut und wir haben in Cape Tribulation auf die erfolgreiche Fahrt angestoßen.
Comments