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Cape Tribulation - Man spricht Deutsch

veröffentlicht um 07.10.2012, 16:20 von Wilfried Schaffner
Nachdem wir den Bloomfield Track gut gemeistert haben war unsere nächste Station Cape Tribulation. Die Gegend wo James Cook mit seiner Endeavour am Great Barriere Reef leck geschlagen hat. Unser Reiseführer erklärt Cape Tribulation wie folgt:

"Cape Tribulation, ein traumhaftes Plätzchen Erde wo der Regenwald auf weiße Sandstrände trifft. Dieses Kleinod wurde in den 70er Jahren von den Hippies entdeckt, in den 80ern von den Backpackern und in den 90er Jahren vom Rest der Welt." 

Es war auch so, dass uns fast alle, die die Ostküste schon bereist hatten sagten, dass wir nach Cape Tribulation unbedingt hin MÜSSTEN, da es einer der schönsten Orte, wenn nicht der schönste Ort der gesamten Ostküste Queenslands sei. So konnten wir da natürlich nich vorbeifahren, sondern wollten es auch für uns selber entdecken.

Vom Pool am Campingplatz angelockt, haben wir uns für die "Jungle Village" entschieden, weil unsere Mäderl doch so gern schwimmen gehen. Pools sind im Moment der große Hit, weil "das Meer haben wir ja eh die ganze Zeit am Bronte Beach" meint Lea. Naja und eine eigene Bar und Cafeteria hatte der Campingplatz auch, da ist ja dann auch was für Mama und Papa dabei. 

Beim Einchecken wurden wir von einem jungem deutschen Backpacker-Mädchen betreut, und kurze Zeit später haben sich auch schon Zeltplatznachbarn aus Deutschland eingefunden. In der Campingküche gab es einen "Stammtisch" junger Bayern, und beim Kochen habe ich zwei Studentinnen aus Stuttgart kennengelernt. Die rechten Zeltnachbarn wurden dann doch Franzosen, und am Strand haben wir sogar eine australische Familie gesehen. Aber der Grossteil der Gäste und auch Mitarbeiter des Campingplatzes kam aus Deutschland. Das fanden wir irgendwie lustig, weil man (zumindest wir) das an so einem abgeschiedenen, kleinen tropischen Ort irgendwie nicht erwarten würde.

Zwei weitere deutsche Backpackerinnen, die ich im Waschraum getroffen habe und die in Cape Tribulation arbeiten, versicherten mir, dass man hier wirklich beinahe in einem rein deutschsprachigen Umfeld sei, vor allem in den Hostels und Campingplätzen, weil dies natürlich die bevorzugten Unterkünfte für Backpackers sind. Sie fänden es eigentlich schade, weil sie gern mehr Englisch sprechen würden. Ich habe ihnen dann empfohlen ihren nächsten Job etwas weiter im Inland anzunehmen, weil da sind dann die Chancen mehr Englisch zu gebrauchen bedeutend höher. Hatten wir während unserer ersten zwei Wochen durch das Inland doch nur einmal Deutschsprachige getroffen. 

Wettermäßig hatten wir leider nicht sehr viel Glück, es nieselte die ganze Zeit dahin, so war auch das Meer grau, und nicht so postkartenblau wie nach all den Erzählungen, und von den Reiseführern und Prospekten erwartet. Wir hatten trotzdem eine schöne Zeit am Strand (und im Pool), beschlossen aber noch am selben Tag, dass wir nicht auf schöneres Wetter warten werden und keine Nacht verlängern. Da sind wir uns zu sicher, dass wir noch viele andere schöne Orte an der Ostküste finden werden. 

Nach einem Morgenspaziergang am Strand und auf die andere Seite des Capes, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg in den geschützten Teil des Daintree National Parks.  Im Mossman Gorge wollten wir gerne einen Bushwalk im wahrscheinlich ältesten Regenwald der Welt machen, darauf waren wir schon sehr gespannt.
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